Als ich in diese Wohnung zog, gab ich mir eine Regel: Ich bohre kein einziges Loch in eine Wand, die mir nicht gehört. Alles musste sich einstecken, ankleben oder ins Regal stellen lassen — und am Tag des Auszugs rückstandslos wieder abgehen. Zwei Jahre später ist meine Mietwohnung wirklich automatisiert, und ich könnte das Ganze an einem Nachmittag in eine Kiste packen.

Hier läuft ein ganz normaler Tag jetzt ab, Gerät für Gerät, damit du die passenden Teile übernehmen kannst.

Alles läuft lokal über Home Assistant — keine Cloud-Konten entscheiden, wann mein Licht angeht. Manche Links sind Affiliate-Links; sie kosten dich nichts und halten die Seite am Laufen.

Der Morgen läuft von selbst

Die Vorhänge öffnen sich mit der Sonne. Ich habe die Schiene nicht angefasst. Ein kleiner Vorhang-Roboter klemmt sich an die vorhandene Schiene und zieht die Vorhänge auf — Klebehalterung, keine Schrauben. Bei Sonnenaufgang (oder um 07:00 an dunklen Wintermorgen, je nachdem, was später ist) gleiten sie von allein auf. Die besten 60 € überhaupt: mit Tageslicht statt Wecker aufzuwachen hat meine Morgen mehr verändert als jedes andere Gerät.

Der Wasserkocher ist schon heiß. Der Wasserkocher steht auf einer smarten Steckdose. Wenn mein Wecker klingelt, schaltet Home Assistant die Steckdose ein, sodass das Wasser gerade gekocht hat, wenn ich in die Küche komme. (Ein Sicherheitshinweis: nur mit einem Wasserkocher mit eigener Abschaltautomatik machen — jeder moderne hat die.)

Kaffee, gleicher Trick. Meine Filterkaffeemaschine bereite ich abends vor; sie steht auf einer zweiten smarten Steckdose. Wecker aus → Steckdose an → Kaffee läuft. Ich habe kein Gerät verändert, ich steuere nur den Strom.

Licht, das mir folgt, nicht dem Schalter

Jede Lampe läuft über ein schraubbares smartes Leuchtmittel oder eine smarte Steckdose. Ich habe seit Monaten keinen Lichtschalter mehr berührt — und wichtig: Ich habe keine Verkabelung verändert, also funktionieren die Schalter des Vermieters für Gäste ganz normal weiter.

Ein aufgeklebter Bewegungssensor im Flur schaltet nachts das Licht an, wenn ich aufstehe (auf 10 % gedimmt, damit es nicht blendet). Abends wechseln die Leuchtmittel automatisch in einen warmen Ton. Nichts davon brauchte einen Elektriker — nur Leuchtmittel in vorhandene Fassungen und ein paar mit 3M befestigte Sensoren. Die Details habe ich im Ratgeber zu smarten Steckdosen zusammengefasst.

Die ehrliche Sache mit dem Ofen

Alle fragen nach dem Ofen. Die Wahrheit: Einen Einbauofen solltest du nicht mit einer smarten Steckdose ein- und ausschalten — zu viel Strom, nicht sicher. Was ich stattdessen mache: Das echte Kochen läuft über etwas, das ich sicher steuern kann — mein Tischbackofen / meine Heißluftfritteuse hängt an einer smarten Steckdose. Die kann ich automatisieren und, noch wichtiger, zwangsweise abschalten: Meine „Verlassen”-Routine kappt den Strom, und ich frage mich nie wieder im Zug, ob ich sie angelassen habe.

Beim großen Einbauofen ist der Gewinn eine Erinnerung, keine Steuerung: Ein einfacher Timer in Home Assistant stupst mein Handy an, wenn ich mit dem Kochen begonnen und nicht innerhalb einer festgelegten Zeit auf „fertig” getippt habe — ein sanftes Sicherheitsnetz, ohne Umbau.

Gehen und Heimkommen

Ein Knopfdruck — oder einfach aus der Tür gehen, denn mein Handy-Standort löst es aus — startet die „Abwesend”-Routine: Wasserkocher-Steckdose aus, Lampen aus, Fritteuse aus, Heizung runter. Eine Aktion, die ganze Wohnung sicher.

Das Heimkommen dreht es um. Der Türsensor (aufgeklebt, in Sekunden ablösbar) bemerkt die geöffnete Tür, und wenn es nach Sonnenuntergang ist, gehen Flur- und Wohnzimmerlicht zur Begrüßung an. Das smarte Schloss — über dem vorhandenen Drehknauf, ohne Bohren — registriert, dass ich da bin, und verriegelt sich nach einer Minute selbst, damit ich es nicht vergessen kann. Die getesteten Modelle vergleiche ich im Ratgeber zu bohrfreien smarten Schlössern.

Herunterfahren und „Gute Nacht”

Bei Sonnenuntergang schließen sich die Vorhänge und das Licht wird warm, ohne dass ich frage. Sage ich „Gute Nacht”, schaltet eine Routine jede Steckdose und jedes Leuchtmittel aus, senkt die Heizung und prüft, ob die Haustür verriegelt ist — wenn nicht, sagt es mir mein Handy, bevor ich im Bett liege.

Was es gekostet hat und was ich weglassen würde

Insgesamt landete das rückbaubare Setup im niedrigen dreistelligen Euro-Bereich, verteilt über viele Monate — ich habe Stück für Stück ergänzt, genau das ist der Sinn. Würde ich neu starten, kämen zuerst die smarten Steckdosen und die Home-Assistant-Box (das Fundament — so habe ich sie eingerichtet), dann der Vorhang-Roboter, dann der Rest. Die komplette Einkaufsliste steht in meinem 100 % rückbaubaren Starterset.

Es ging nie darum, in einem Science-Fiction-Haus zu wohnen. Es ging darum, dass eine Mietwohnung sich still um den langweiligen Kram kümmert — und dass am Ende des Vertrags alles wieder von den Wänden kommt und mit mir umzieht.